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Naturkosmetik. Naturseifen. Bewusster Konsum. Kleine grüne Monster und was sonst noch dazwischen kommt.

Naturseifen – Gelst du noch oder seifst du schon?

4 Kommentare

„Wie, du duscht dich nur noch mit Seife? Und die Haare auch? Krass!“ Das war meine Reaktion, als mir eine Freundin davon erzählte, sie würde kein Duschgel und Shampoo mehr verwenden. Trocknet Seife nicht furchtbar die Haut aus? Ist das nicht wahnsinnig unpraktisch? Und überhaupt, sind Seifen nicht minderwertig und besitzen kaum Pflegeeigenschaften? Doch nicht bei meiner empfindlichen Haut!

Ein und ein halbes Jahr später. Der Paketbote drückt mir ein kleines Päckchen in die Hand. Der Paketbote verschwindet, ich schließe die Tür und tänzle freudig ins Wohnzimmer. Ich öffne das Paket, und ein himmlischer Duft kommt mir entgegen. Ich schließe die Augen und genieße das krautige, fruchtige Geruchserlebnis. Endlich sind sie da, meine Seifen! Duschgel und Shampoo wohnt nur noch in der Männervariante für meinen Freund bei mir. Ich bin überzeugte Naturseifenschäumerin.

Langweilig? Von wegen! So unterschiedlich können sie aussehen:

Vom klassischen Block über Ornament und Rosenblüte bis hin zum Lebkuchenmann.

Vom klassischen Block über Ornament und Rosenblüte bis hin zum Lebkuchenmann.

Handgeschöpft, langsam an der Luft getrocknet und aus hochwertigen Zutaten sollte sie sein, dann verwöhnt und umschmeichelt Naturseife die Haut und macht sie weich und geschmeidig. Je nach Seife und Haut wird sogar die Feuchtigkeitslotion nach dem Duschen unnötig.

Seife muss nicht aufschäumen (Duschgel übrigens auch nicht), um zu reinigen, es reicht, sie kurz über die Haut gleiten zu lassen. Das Aufschäumen soll bei uns Verbrauchern nur das Gefühl von Sauberkeit verstärken. Humbug, mag man denken, doch am Anfang war das für mich schon gewöhnungsbedürftig. Seife bildet eher einen zarten Film. Bei besonders reichhaltigen, weichen oder Milchseifen habe ich oftmals eher das Gefühl, mich mit einer leichten Lotion einzucremen statt mit Seife zu waschen. In konventionellen Duschgels sind weiterhin meist Stoffe enthalten, die einen leichten Plastikfilm auf die Haut legen (Polyquaternium-7) und sich somit die Haut nach dem Duschen schön geschmeidig und glatt anfühlt. Nebenbei bleibt es aber an Handtüchern bspw. kleben und sorgt so für unschöne Flecken auf hellen Textilien, von möglicher Hautschädigung einmal abgesehen. In Naturseifen wird dieser Stoff nicht eingesetzt.

Die Vorteile von Seifen liegen für mich in ihren Inhaltsstoffen. Handgeschöpfte Naturseifen sind wunderbare Luxusartikel, die einfach wunderbar pflegen, gut aussehen und – je nach Geschmack und Bedarf – toll natürlich duften. Dank den hochwertigen Ölen, die bei guten Seifen eingesetzt werden, ist cremen nach dem Duschen bei mir meist unnötig.

Handgeschöpfte Naturseifen kann man bei verschiedenen SeifensiederInnen aus Deutschland beziehen. Kleine Manufakturen und HandwerkerInnen werden so regional unterstützt. Einige Seifensieder setzen selbst produzierte Rohstoffe wie Schafmilch oder Pflanzenöle aus der Region ein, meist in Bio-Qualität.

Was ist der Unterschied zwischen Naturseifen und herkömmlichen Seifen?

Der große Unterschied liegt, neben den Inhaltsstoffen, in der Produktion, genauer gesagt im Verseifungsprozess. Seife wird angerührt und ist durch Öle, Fette etc. flüssig. Erst durch Trocknung wird sie trocken. Das geschieht in der Industrie in der Regel dadurch, dass Firmen ihren Seifen die Feuchtigkeit entziehen und diese schneller trocknen (geringe Reifezeit + Lagerkosten etc.). Naturseifen verseifen jedoch auf normalen Wege, in dem sie ihre Reifezeit zur Trocknung erhalten. So bilden die Öle Glycerin natürlich (und somit nicht zugesetzt) aus. Die Pflegeeigenschaften der Öle bleiben erhalten, während bei industriellen Seifen die Pflegeeigenschaften stark vermindert werden. Deswegen mag die alverde Seife aus dem dm für 1,75€ zwar passable Inhaltsstoffe vorzeigen, ist für die dauernde Körperpflege aber eher nicht geeignet, da sie die Haut strapaziert und austrocknet.

Hochwertige Rohstoffe, Handarbeit, Reifezeit (meist zwischen 4 und 8 Wochen) und die damit verbundene Lagerung haben natürlich ihren Preis. Ein gutes Stück Seife, ca. 100g kostet im Schnitt zwischen 5 und 6€.

Habt ihr Erfahrungen mit Naturseife? Gelt ihr noch oder seift ihr schon? Oder seid ihr eher skeptisch?

P.S.: In einem 2. Teil werde ich einen Post zum Thema Inhaltsstoffe von Seifen verfassen. Seid gespannt 🙂

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4 Kommentare zu “Naturseifen – Gelst du noch oder seifst du schon?

  1. ein sehr guter artikel. so wie du bin auch ich mal zur seife gekommen. allerdings konnte ich nie genug davon bekommen und das ging schließlich gewaltig ins geld. 🙂
    vor einem jahr habe ich dann angefangen meine eigene seife zu sieden. wunderschönes hobby! ❤ immer die passende seife zur hand und immer auch ein schönes geschenk und mitbringsel.
    und haut und haaren gehts blendend!

    liebe grüße
    kerstin

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  2. Auch wir sind vor bald einem Jahr vom Duschgel weg hin zur Seife. Aus mehreren Gründen: Inhaltsstoffe, Müllvermeidung und Verbrauch. Und mein Freund ist da voll dabei. Seife für die Haare müsste hab ich auch schon mal versucht, aber bislang noch nicht die richtige gefunden. LG aus Österreich, Sabrina

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